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23. Oktober 2026

Wer zahlt künftig für sauberes Wasser, gesunde Böden und Artenvielfalt?

Wenn die EU-Kommission ihre Pläne für den neuen mehrjährigen Finanzrahmen umsetzt wie bisher geplant, fehlen in Deutschland bald 500 bis 700 Millionen Euro für die Unterstützung des ökologischen Land…

Wenn die EU-Kommission ihre Pläne für den neuen mehrjährigen Finanzrahmen umsetzt wie bisher geplant, fehlen in Deutschland bald 500 bis 700 Millionen Euro für die Unterstützung des ökologischen Landbaus. Auch andere Agrar-Umweltmaßnahmen werden in den Vorschlägen der EU-Kommission schlechter gestellt als bisher. Wer zahlt also künftig für die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte, die Wasser, Böden und Artenvielfalt schützen? Bei einem Besuch von Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf auf dem Bio-Milchvieh-Betrieb der Familie Kulzer in Schönsee, zeigte die LVÖ Lösungen auf.

Bio-Betriebe schützen Wasser, Boden und Artenvielfalt, und zwar jeden Tag. Betriebe, wie der der Familie Kulzer in Schönsee – u.a. mit viel Dauergrünland – speichern Kohlenstoff und schützen so auch das Klima. Die Finanzierung dieser Umwelt-Leistungen ist aber in Gefahr. „Für die Gemeinsame Agrarpolitik der EU ab 2028 fordert die LVÖ deshalb ein hohes, festes Budget für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen. Wer mehr fürs Gemeinwohl tut, muss dafür auch honoriert werden und sich darauf verlassen können. Die pauschalen Direktzahlungen können dagegen niedriger ausfallen“, so Thomas Lang, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern e.V.

Unnötige Doppelbürokratie abschaffen
Wer, wie der Biohof Kulzer, seine Flächen mit organischem Dünger und Kleegras aus dem eigenen Kreislauf versorgt, braucht keine Rechenübung am Schreibtisch. Die LVÖ fordert deshalb, die Düngebedarfsermittlung für Bio-Betriebe abzuschaffen. Das schafft Luft für das, was Bio-Bäuerinnen und -Bauern am besten können: Kreislaufwirtschaft.

Viel Luft nach oben im Landkreis Schwandorf
Bayern und Deutschland haben sich gesetzlich verpflichtet, bis 2030 auf 30 % der landwirtschaftlichen Fläche Ökolandbau zu betreiben. Im Landkreis Schwandorf liegt der Bio-Anteil aktuell bei nur 8 %. Das Potenzial ist also riesig, und Betriebe wie der Biohof Kulzer zeigen, dass Bio hier funktioniert. Damit mehr Höfe nachziehen, braucht es die richtigen Weichenstellungen.

Gemeinwohlleistungen fair bezahlen
Thomas Lang, 1. Vorsitzender der LVÖ Bayern: „Der Biohof Kulzer steht für das, was sich die Gesellschaft wünscht: gesunde Lebensmittel, sauberes Wasser, Artenvielfalt, Arbeitsplätze in der Region. Wenn wir die 30 % bis 2030 schaffen wollen, muss sich das für die Höfe auch rechnen. Dafür braucht es eine verlässliche Honorierung statt unnötiger Bürokratie. Die Staatssekretärin hat heute gesehen, dass die Lösungen auf dem Tisch liegen. Wir freuen uns, wenn sie diese mit nach Berlin nimmt.“

Biohof Kulzer
Auf dem Bio-Betrieb der Familie Kulzer in Schönsee stehen 100 Milchkühe. Seit 2017 bewirtschaftet der Hof seine 95 Hektar Acker und Grünland nach Bio-Richtlinien. Einen Teil der Milch verarbeitet die Familie in ihrer mobilen Käserei und verkauft ihn direkt.