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22. September 2026

Ursachen und Folgen von Hitze und Dürre ganzheitlich anpacken

In Würzburg beraten morgen die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder über die Zukunft der Landwirtschaft. Nach einem weiteren Hitzesommer ist klar: Die Folgen des Klimawandels sind län…

In Würzburg beraten morgen die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder über die Zukunft der Landwirtschaft. Nach einem weiteren Hitzesommer ist klar: Die Folgen des Klimawandels sind längst auf den Feldern angekommen. Erstaunlich ist, dass dieses zentrale und folgenreiche Thema auf der Agrarministerkonferenz nur eine untergeordnete Rolle spielt. Längere Trockenphasen, sinkende Grundwasserstände und zunehmende Starkregenereignisse machen dabei erneut deutlich, wie wichtig ein stabiler Landschaftswasserhaushalt ist. Gesunde Böden sind sein zentrales Element. Sie speichern Niederschläge, tragen zur Grundwasserneubildung bei und sichern sauberes Wasser langfristig für uns alle. Gleichzeitig schützen sie vor Bodenerosion und Humusverlust, während sie die Fruchtbarkeit unserer Böden erhalten. Dass die Agrarministerkonferenz in diesem Jahr auf den europäischen Tag des Ökologischen Landbaus fällt, sollte den Blick auf den Beitrag des Ökolandbaus zum Schutz dieser natürlichen Lebensgrundlagen lenken.

Der Ökolandbau schafft Böden mit Schwammwirkung

„Ohne Wasser keine Ernte – ohne gesunde Böden keine Ernährungssicherheit“, sagt Thomas Lang, erster Vorsitzender der LVÖ Bayern. „Der Ökolandbau beweist seit Jahrzehnten, dass landwirtschaftliche Produktion und Ressourcenschutz zusammengehören. Humusaufbau, vielfältige Fruchtfolgen und der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide sowie mineralische Stickstoffdünger stärken die Bodenfruchtbarkeit, verbessern die Wasserspeicherung und schützen unser Grundwasser. So sichern wir Böden auch als Wasserspeicher.“

Für die LVÖ Bayern und VKU-Landesgruppe Bayern gehört der Schutz und die Stärkung des Landschaftswasserhaushalts zu den zentralen Zukunftsaufgaben der Agrarpolitik. Dieser Dürresommer macht das erneut deutlich und fordert wirksames Handeln auf allen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Ebenen. Öffentliche Wasserversorgung und Landwirtschaft kooperieren in und um Wasserschutzgebiete bereits seit Jahrzehnten, um durch grundwasserschonende Bewirtschaftung eine hohe Wasserqualität sicherzustellen. Ob im Oberpfälzer Jura, Mangfalltal oder Landshut, viele Wasserversorger setzen in ihren Kooperationen und Projekten insbesondere auf den Ökolandbau. So wird das Wasser vor schädlichen Einträgen geschützt, eine klimaresiliente Landwirtschaft unterstützt und Regenwasser durch gesunde Böden besser aufgenommen und gespeichert. Diese Win-Win-Lösungen sollte die Agrarministerkonferenz viel stärker als bisher ins Zentrum ihrer Diskussionen stellen.

Unsere Wasserressourcen auch in Hitze und Dürre sichern

„Sauberes Leitungswasser beginnt nicht erst im Wasserwerk, sondern auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Jede Investition in gesunde Böden und einen funktionierenden Landschaftswasserhaushalt ist zugleich eine Investition in eine sichere Wasserversorgung und eine nachhaltige Landwirtschaft. Der Schutz unserer Wasserressourcen gelingt am besten gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten“, sagt Marcus Steurer, Vorsitzender, VKU-Landesgruppe Bayern.

Jetzt wirksame Aktivitäten für ausreichend und sauberes Wasser ausweiten

Anlässlich des extremen Hitzesommers und der gerade in Süddeutschland anhaltend hohen Dürre appellieren VKU-Landesgruppe Bayern und LVÖ Bayern gemeinsam an die Agrarministerkonferenz, den Schutz von Boden und Wasser konsequent in den Mittelpunkt agrarpolitischer Entscheidungen zu stellen. Es gilt naturnahe Maßnahmen in die Fläche zu bringen, die den Wasserabfluss stoppen und Wasser wie einen Schwamm speichern lassen, die dem Schutz des Grundwassers dienen. Fördermittel für die Landwirtschaft sollten daher gezielt Maßnahmen unterstützen, die Humus aufbauen, Wasser in der Landschaft halten und die Qualität des Grundwassers sichern – beispielsweise vielfältige Fruchtfolgen mit einem hohen Anteil an Klee- oder Luzernegras. Mit KULAP und der neuen GAP gibt es politische Steuerungselemente, die angepasst werden und mit denen die richtigen Weichen gestellt werden können. Die Staatsregierung und die CSU können hier nun gezielt Zeichen setzen, um ihrer Verantwortung gerecht zu werden.